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Der Sicherheits- Mythos



„Safety first“ heißt die allseits bekannte Devise, und so finden wir unzählige Versicherungen wie Haftpflicht-, Rechtsschutz-, Hausrat-, KFZ-, Auslandskrankenversicherung und viele weitere auf dem Versicherungsmarkt. Dabei ist eine wichtiger als die andere. In den USA kann man sogar eine „Steckenbleiben im Fahrstuhl“ oder eine „vor dem Altar stehengelassen werden“ -Versicherung abschließen. Wir malen uns gedanklich in den schillerndsten Farben aus, welche Szenarien denn eintreten und wie wir möglichst alle Eventualitäten des Lebens monetär absichern können. Viele - häufig teure - Versicherungen und sonstige Absicherungen schenken uns ein Gefühl von Sicherheit, wir haben vorgesorgt, können das Leben planen und in gewisser Weise vorhersagen. Wir haben alles unter Kontrolle. Tatsächlich?


Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. - John Lennon-


Was bringt uns eigentlich dazu, unser Leben derart planen und kontrollieren zu wollen, anstatt dem natürlichen Fluss zu vertrauen? Die treibende Kraft dahinter ist unser menschliches Bedürfnis nach Sicherheit, das je nach Persönlichkeit verschieden stark ausgeprägt ist, aber dennoch in jedem Einzelnen existiert. Nach der Maslowschen Bedürfnispyramide bilden Grundbedürfnisse, die uns am Leben halten die Basis: Nahrung, Wasser, Schlaf, Kleidung. Darauf aufbauend entwickelt der Mensch das ausgeprägte Bedürfnis nach Sicherheit. Er möchte all die Dinge erhalten, die er erreicht hat: ein Dach über dem Kopf, Arbeit, ein sicheres Einkommen. Wir alle wollen uns sicher fühlen. Dafür zahlen wir mitunter einen hohen Preis: wir bevorzugen den unbefristeten Arbeitsvertrag, auch wenn der Job eigentlich gar nicht das ist, was wir machen wollen. Wir unterzeichnen ausgeklügelte, seitenlange Verträge, um keine bösen Überraschungen zu erleben. Wir verbiegen uns für unsere Familie, obwohl dabei unsere eigenen Bedürfnisse auf der Strecke bleiben.


Unser ganzes System ist auf Sicherheit ausgelegt. Im Außen versuchen wir unseren Besitz durch Zäune oder Mauern abzugrenzen und durch unseren Rechtsstaat können wir auf unzählige Gesetze und Regeln bauen. Doch gibt uns diese -vermeintlich- äußere Sicherheit Halt und Stabilität? Nope…


Es gilt wieder einmal: „Inner work first!“ Tatsächlich ist unser Anker, unsere Bodenhaftung, Stabilität und Sicherheit in uns selbst zu finden. Je weniger innere Sicherheit wir in uns tragen, desto mehr suchen wir die Sicherheit im Außen. Wir brauchen ein Geländer zum Festhalten, eine Struktur, die Formen gibt. Kontrolle über möglichst alle Lebensbereiche ist unser Versuch, dieses starke Sicherheitsbedürfnis aufrecht zu erhalten. Doch hat wahrscheinlich bereits jeder die Erfahrung gemacht, dass das Leben weder planbar noch vorhersehbar ist. Tatsächlich macht es was es will, ganz nach dem Motto: „Panta Rhei“. Der aus dem Griechischen stammende Aphorismus „Panta Rhei“ bedeutet wörtlich „alles fließt“ und beschreibt, dass alles in unaufhörlicher Bewegung ist. Die Welt steht also nicht still, alles ist im Werden. Dinge, Wesen und Zustände entstehen und vergehen unablässig. Indem wir diese Tatsache akzeptieren und unsere Kontrollversuche loslassen, können wir dem Leben in all seinen Facetten tiefes Vertrauen schenken. Es ist alles gut, genauso wie es gerade ist.


An diesem grundlegenden Vertrauen hapert es jedoch in der Regel. Wer von uns würde lediglich mit einem Rucksack bepackt durchs Leben marschieren, immer im Vertrauen und dem Wissen, dass alles bereitgestellt wird, das wir benötigen?





Wahrscheinlich die wenigsten. Tatsächlich hat das Vertrauen einen starken Gegenspieler: das Misstrauen. Unter Misstrauen versteht man Zweifel oder mangelndes Vertrauen gegenüber anderen Menschen oder bestimmten Dingen. Manche Menschen haben sich aufgrund ihrer Erfahrungen ein Schutzschild zugelegt: Wenn man immer mit dem Schlimmsten rechnet, dann kann man auch nicht enttäuscht werden. Jedoch verhindert diese imaginäre Mauer auch, mit anderen Menschen positive, schöne und gewinnbringende Erfahrungen zu machen. Vertrauen können ist eine grundlegende Basis für alle Beziehungen, ob im persönlichen, privaten oder beruflichen Bereich und ist unverzichtbar für fast alle zwischenmenschlichen Kontakte. Es ermöglicht uns, miteinander zu kooperieren und gemeinsam Ziele zu erreichen, die dem Einzelnen verwehrt blieben. Für das Vertrauen, das Leben zu meistern, komme was wolle, können wir uns jeden Tag aufs Neue bewusst entscheiden. Dann sind wir bereit, offen auf andere und das Leben zuzugehen und Gutes zu unterstellen. Wir dürfen unser eigener Anker sein, unsere eigene Sicherheit, auch bei stürmischem Wellengang.


Ein ganz wunderbarer Lehrer für stetiges Vergehen und neu Erschaffen ist unsere Natur. Sofern wir unsere Augen öffnen, sehen wir, dass sich alles ändert, Tag für Tag. Frühling, Sommer, Herbst, Winter, Tag und Nacht, Sonnenschein und Regen. Unsere Natur ist ein einzigartiges Meisterwerk, ein perfektes ganzheitliches System. Wir dagegen scheuen uns oft vor jeglicher Veränderung, weil wir ja nicht wissen, ob es besser wird, wenn es anders wird. Das Bekannte, Vertraute, scheint sicherer als das Neue – also behalten wir das lieber bei und bremsen aus Angst vor Veränderung das Leben an sich aus.





„Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ - Chinesisches Sprichwort -


Was können wir tun, um Vertrauen und Sicherheit aufzubauen?


  • Change your focus: Wenn es bei uns im Leben manchmal nicht so läuft, wie wir uns das wünschen, konzentrieren wir uns meistens nur auf diesen einen Bereich. Und genau das dürfen wir ändern und unseren Fokus auf das legen, was wir erreicht haben und was bei uns gerade super läuft. Dadurch lenken wir unsere Energie wieder auf das Positive und es fällt uns leichter, Lösungen für den Bereich zu entwickeln, der gerade hakt. Energy flows where attention goes.

  • Hinschauen. Unsere eigenen Themen anschauen. Welche Verhaltensweisen lenken uns? Eine wunderbare Methode hierfür ist beispielsweise ThetaHealing, wodurch wir Zugang zu unserem Unterbewusstsein erhalten und herausfinden können, warum wir uns wie verhalten.

  • Yoga: Unser Wurzelchakra, auf Sanskrit Muladhara Chakra, bildet die Basis. Lebenskraft, Urvertrauen und Sicherheit sind zentrale Themen des Wurzelchakras. Kann die Energie in diesem Bereich ungehindert strömen, so fällt es uns leicht, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen. Nichts kann uns so leicht aus der Fassung bringen. Zur Stärkung können u.a. folgende Übungen durchgeführt werden: Liegende Baumstellung, tiefe Hocke, Igelstellung.

  • Atemübung: das Mantra für das Wurzelchakra ist LAM, gesprochen LANG. Tief durch die Nase einatmen. Mit dem Ausatmen siebenmal das Mantra LAM (gesprochen LANG) sprechen. Das Mantra wie sieben Glockenschläge gleichmäßig über die Ausatmung verteilen. Das Ganze siebenmal wiederholen.

Stabilität, Standfestigkeit und Sicherheit können wir uns nur selbst vermitteln. Nichts im Außen kann unserem Bedürfnis nach Absicherung gerecht werden. Es liegt an uns, ob wir in einer Welt, die stetigem Wandel unterworfen ist, eine innere Mitte und Kraft entwickeln, die uns jedem Sturm trotzen lässt und letztlich dafür sorgt, dass wir am Morgen nach dem Sturm erneut die Schönheit in allem, was uns umgibt, erkennen.


Schreibe mir gerne, wenn ich dich auf deiner Reise in dein Unterbewusstsein begleiten darf!

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